25. Nov 2015

Regionalbewegung überreicht NRW-Erklärung zur nachhaltigen Regionalvermarktung

Das Ergebnis vom Fachkongress "Regional is(s)t besonders": NRW-Erklärung zur nachhaltigen Regionalvermarktung

Auf dem von dem Landesverband Regionalbewegung NRW und Taste of Heimat veranstalteten NRW-weiten Fachkongress „regional is(s)t besonders“ am 23. November in Köln überreichte die Sprecherin des Landesverbands Regionalbewegung Brigitte Hilcher vor über 170 Tagungsteilnehmern die NRW-Erklärung „Nachhaltige Regionalvermarktung - zukunftsweisende Stadt-Land-Beziehungen“ an den Staatssekretär Horst Becker. Zentrale Forderung der Erklärung ist die Einführung eines „Landesprogramms Regionalvermarktung“, welches Strukturen für die Umsetzung der im Papier angegebenen Handlungsempfehlungen und somit für den Ausbau von Regionalvermarktungsinitiativen schafft.

Vor dem Hintergrund der derzeitigen hohen Verbrauchernachfrage nach regionalen Produkten stellte sich der Landesverband Regionalbewegung NRW folgende Fragen: Wie können wir die Chancen der steigenden Verbrauchernachfrage nutzen, um eine nachhaltige Entwicklung von Regionen mit bäuerlichen Landwirtschafts- und vielfältigen Verarbeitungsbetriebe zu fördern? Welche Instrumente werden benötigt, um regionale Produktion und Vermarktung zu fördern? Und wie kann darüber hinaus der Verbraucherwunsch nach nachhaltig erzeugten Produkten dazu beitragen, dass sich Biodiversität, Gentechnikfreiheit und artgerechte Tierhaltung in Produktions- und Vermarktungskonzepten vermehrt wieder finden?

Drei zentrale Handlungsempfehlungen werden in der im Beirat der Regionalbewegung beschlossenen Erklärung, deren Volltext Sie hier finden, ausgesprochen:

  • Die Etablierung von „Regionalkümmerern“. Damit sind Personen gemeint, die als Ansprechpartner, Vernetzer, Initiatoren und Begleiter für den Aufbau von regionaler Vermarktung agieren.
  • Neben dem Natur-, Umwelt- und Klimaschutz sollte auch ein „Regionalschutz“ gesellschaftlich sowie gesetzlich etabliert und „Schutzstrukturen“ aufgebaut werden. Auf die Liste der „bedrohten Arten“ ließen sich bereits heute viele strukturerhaltende und gesellschaftlich geschätzte Handwerksbetriebe, wie zum Beispiel kleine Bäckereien oder Metzgereien setzen.
  • Umfangreiches Qualifizierungsangebot für Regionalinitiativen sowie den Aufbau eines Netzwerkes zum Wissenstransfer. Dabei sollten die im Rahmen der Auszeichnung „REGIONAL PLUS – fair für Mensch und Natur“ von der Regionalbewegung NRW entwickelten Qualitätskriterien als Basis der Beratungsarbeit dienen. 

Und schließlich wird eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit zur Kommunikation einer glaubwürdigen, nachhaltigen Regionalität und zur Motivation für regionalen Konsum, als dringend notwendig erachtet.

Nicht nur unser Vorsitzender Valentin Thurn, sondern auch Vorstands- und Beiratsmitglieder Peter Zens und Peter Schmidt beteiligten sich an der Diskussion und dem Netzwerken unter den Fachbesuchern im Rautenstrauch-Joest-Museum.

Im Wissenskarussell konnten die Besucher sich zudem über viele Initiativen und Vereine informieren, die im Bereich der nachhaltigen Ernährung und Landwirtschaft aktiv sind, wie beispielsweise die Food Assembly oder Regionalvermarktungsinitiativen wie Bergisch Pur.

Weitere Informationen finden Sie in der ausführlichen Pressemitteilung des Landesverbands Regionalbewegung NRW hier.

Foto-Credits: Landesverband Regionalbewegung NRW, M. Zimmermann