Über uns

Wer wir sind

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der am 16. Juni 2014 in Köln gegründet wurde. In Vorstand und Beirat sitzen renommierte Landwirte, Agrarwissenschaftler, Dokumentarfilmer, Soziologen und Food-Journalisten. Darunter Valentin Thurn (‚Taste the Waste‘), Christian Hiß (Regionalwert AG), Daniel Überall (Anstiftung Ertomis, Kartoffelkombinat), Philipp Stierand (‚Speiseräume‘), Peter Zens (Gertrudenhof), Kerstin Lanje (Misereor), Marita Urfey (‚Regiotarier‘), Brigitte Hilcher (Bundesverband der Regionalbewegungen), Petra Wähning (Genußgemeinschaft Stadt – Land), Peter Schmidt (Bergisch Pur, Landwirt) und viele andere.
Eine kleine Vorstellungsrunde unserer Vorstands- und Beiratsmitglieder findet Ihr hier.

Unsere Ziele

  • regionale Lebensmittel zugänglicher machen und in die Mitte der Gesellschaft bringen, insbesondere solche, die ressourcenschonend produziert wurden
  • regionale bäuerliche Lebensmittelproduktion und –vermarktung sowie eine tierfreundliche Landwirtschaft stärken und so die Wertschöpfungskette für Mensch, Tier & Natur in der Region fair und nachhaltig mitgestalten
  • Transparenz und Qualitätsbewusstsein fördern und so Vertrauen und Verantwortung herstellen
  • Akteure zusammenzubringen, die am selben Thema, aber oft genug nebeneinander und nicht miteinander arbeiten
  • die Ernährungspolitik zurück in die Regionen und auf die kommunale Ebene holen
  • die Gründung eines "Ernährungsrates" initiieren, der sich als unabhängiges Gremium langfristig für die strukturelle Stärkung einer regionalen Lebensmittelversorgung einsetzt und den Dialog zu Qualität und Nachhaltigkeit verstetigt
  • aufklären, inwiefern unser Konsumverhalten eng mit den Problemen der Welternährung zusammenhängt

Wie wir das erreichen wollen


Unsere Arbeit manifestiert sich in drei Schwerpunkten:

1. Online-Plattform für Anbieter und Verbraucher

Anbieter
wir bieten Erzeugern, Verarbeitern und Anbietern regionaler Lebensmittel die Möglichkeit, auf unserer Internet-Plattform ein öffentliches Profil zu erstellen, sich zu vernetzen und sich über Möglichkeiten der Direktvermarktung zu informieren

Indikatoren
Die Profile sind mit Indikatoren unterfüttert. Sie dienen der Abbildung der sozialen, ökologischen und regionalwirtschaftlichen Wertschöpfung in der Landwirtschaft und zeigen, wie in den Betrieben gearbeitet wird. Indem sie die realen Prozesse abstrahieren, werden diese sichtbar und besprechbar. Mit ihrer Hilfe wird der Begriff „Regionalität“ mit Substanz gefüllt und Transparenz hergestellt.

Verbraucher
Verbraucher haben hier die Möglichkeit, sich über regionale Lebensmittel in der Umgebung zu informieren und Anbieter über ihre Profile auf einer interaktiven Karte ausfindig zu machen
Darüber hinaus bietet die Seite grundlegende Informationen und Lehrmaterialien zu Themen der Welternährung und einer ressourcenschonenden Lebensführung und gesunden Ernährung

2. Initiierung und langfristige Etablierung eines „Ernährungsrates“

Wir beginnen unser Vorhaben damit, Kontakte zwischen regionalen und lokalen Akteuren, Initiativen und Interessenten herzustellen, den Austausch zu fördern sowie gemeinsam Ideen und Anregungen für eine lokale Ernährungspolitik in der Region zu entwickeln und zu diskutieren. Auf dieser Grundlage soll dann ein tragfähiges Konzept für eine regionale Ernährungspolitik in der Metropolregion Köln Bonn (Köln, Leverkusen, Bonn, Erft-Rhein-Sieg, Bergisches Land) entwickelt werden. Gemeinsam wollen wir nach Lösungen und Lösungsansätzen suchen, die den speziellen Bedürfnissen unserer Modellregion im Rheinland gerecht werden. Langfristig soll der von 'Taste of Heimat e.V.' und seinen Partnern initiierte Prozess der Vernetzung, Ideenfindung und gemeinsamen Projektrealisation zur Schaffung eines "Ernährungsrates" führen. Food Policy Councils (zu Deutsch „Ernährungsräte“) sind ein Phänomen des angelsächsischen Raums und weit verbreitet in Nordamerika und Großbritannien. Der erste Ernährungsrat der Welt etablierte sich 1982 in Knoxville (USA) - in Deutschland gibt es bisher noch kein vergleichbares Modell. Ernährungspolitik in Deutschland wird v.a. auf Bundes-, Landes- oder EU-Ebene gemacht — Ernährungsräte wollen die Ernährungspolitik zurück in die Regionen holen, auf die kommunale Ebene. Sie forcieren also einen aktiven Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Erzeugern, Vertrieben und dem Verbraucher, um so langfristig und nachhaltig die Strukturen einer regionalen Lebensmittelversorgung zu stärken. Sie haben in erster Linie eine beratende Funktion und sollten sich aus Experten/Mitgliedern aus Forschung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, öffentlicher Verwaltung und natürlich betroffenen Erzeugern und Anbietern zusammensetzen.

Zu den Aufgaben eines Ernährungsrates gehört u.a.:

  • Die Sammlung und Evaluation von Informationen rund um das lokale Ernährungssystem
  • Die Beratung der kommunalen Politik/Verwaltung in Fragen der Ernährungspolitik
  • Die Vernetzung von (möglichst) allen Akteuren, die im lokalen und regionalen Ernährungssystem eine Rolle spielen
  • Die Interessenvertretung und Schaffung eines Forums für den aktiven Dialog zwischen den o.g. Akteuren
  • Das Erarbeiten von ganzheitlichen Ernährungsstrategien in Zusammenarbeit mit der kommunalen Verwaltung sowie
    die Initiierung und Unterstützung von auf lokale Bedürfnisse zugeschnittenen Programmen und Projekten

3. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Herstellung und Verbreitung von Medien und Materialien aller Art zur Weiterentwicklung des gesellschaftlichen Bewusstseins und des konkreten Verhaltens sind zentrales Anliegen von Taste of Heimat e.V.. Die Online-Plattform ist hierbei ein wichtiges Tool der Umsetzung und soll entsprechend ausgebaut werden. Außerdem geplant sind folgende Projekte und Maßnahmen (Auswahl):

  • die Konzeption von Bildungsmodulen für Schulen, Ausbildungsanbieter (wie z.B. die IHK), Universitäten u.a.
  • Informationsveranstaltungen und Workshops
  • die Herstellung einer „Best Practice Fibel“ für Erzeuger, Gastronomie und Verbraucher
  • sowie die Entwicklung eines repräsentativen Ernährungskonzeptes „Regionalität und Genuss“, das die Bedeutung von Ernährung mittels der Initiierung von Veranstaltungen und Workshops z.B. in regionalen Käsereien, Bäckereien u.a. wieder erfahrbar machen will und die Ausarbeitung eines mit Rezepten verknüpften Saisonkalenders beinhaltet

„Wir müssen die Verbraucher wieder näher an die Lebensmittelproduktion rücken, entweder indem sie direkt bei den Bauern einkaufen, oder indem sie selbst zu Erzeugern werden, in Gärten und Gewächshäusern in der Stadt. So lernen wir wieder, gutes und schlechtes Essen zu unterscheiden. Das sorgt auch für mehr Vertrauen, denn wenn ich weiß, wo meine Lebensmittel herkommen, bin ich auch bereit, für Qualität und nachhaltige Produktionsmethoden mehr zu bezahlen. Ich kann mit eigenen Augen sehen, wie die bäuerlichen Familienbetriebe aus der Nähe für eine reichhaltige Landschaft sorgen, und wie sie ihre Tiere oder Böden behandeln.“
(Valentin Thurn, Filmemacher, Food-Aktivist und Gründer des Vereins)